WISH D/A/CH



World Institute for Sensation Homeopathy

Internationaler WISH-Kongress München: Burnout & Sensation

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Tag 1 begann mit einer klinischen Einführung, Zahlen und Statistiken zum Thema Burnout durch die Kollegin Wyka Evelyn Feige. Ihre zusammengetragenen Informationen und Zahlen zum Thema liessen rasch die Aktualität und Brisanz der Thematik erkennen, für die es in der ICD 10 bis heute keine eigenständige Diagnose gibt. Hier taucht lediglich die Bezeichnung
"Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ auf. In Wyka’s Zusammenfassung wurde auch schnell klar, dass berufstätige Frauen deutlich mehr betroffen sind als Männer.

Mit diesen Aussagen leitete Wyka dann sehr passend zu ihrem Beitrag mit dem Titel „Mütter am Rande des Nervenzusammenbruches“ über. Darin stellte sie heraus, wie sehr die inneren Haltungen von Perfektionismus, hohe Erwartungen, innerer Druck, das Übergehen der eigenen Grenzen, die Weichen für das Burnout stellen. Kommen äussere Faktoren wie Säfteverlust, Schlafmangel, hormonelle Umstellung etc. hinzu, sind die Symptome des Burnout nicht mehr weit. In ihrem anschliessenden Fallbeispiel beschrieb sie dann die Situation einer Mutter im Burnout, die sich pausenlos um ihr behindertes Kind kümmern musste. Ihr inneres Erleben vom Erfahren der Behinderung, dem Schreck und den Sorgen und Ängsten führten Wyka zur Verordnung von Cocculus. Das Mittel verhalf der jungen Mutter schon bald zum dringend notwendigen Schlaf und deutlich mehr Energie. Cocculus gehört zur Familie der Menispermaceae (Mondsamengewächse). Eine Familie die bisher innerhalb Sankaran’s Schema noch nicht erwähnt wurde. Wyka beschrieb nun die Empfindungen der Menispermaceae als eine Arbeitshypothese für zukünftigen Forschungen. Ein wichtiger Beitrag, um Sankaran’s Tabellen nach und nach zu vervollständigen. 

Als 2. Referentin des Tages stellte Dr. Susanne Sieben ihren Vortrag mit dem Titel „Grenzenlose Energie und Ausdauer“ vor. In ihrem ersten Fallbeispiel ging es um die extreme Polarität zwischen schlapper Muskulatur, großer Erschöpfung nach Verausgabung auf der einen Seite und großer Ausdauer, dem Kick für eine Sache, Fleiss und Arbeitswut auf der anderen Seite. Hinzu kam die eine rauschartige Beschreibung von Glücksgefühlen des Patienten wenn er Achterbahn fuhr. Eine Arznei aus der Ordnung Geraniales führte ihn sehr gut aus seiner Erschöpfung. 

Als nächstes sprach Mike Keszler, der in seinem Vortrag betonte, wie wichtig es für ihn ist, sich bei der Arzneiwahl an dem zu orientieren, was sicher ist. Dazu gehörten für Mike die Totalität der charakteristischen Symptome, der Genius, die Keynotes, das Naturreich, das Miasma, der Gemütszustand, das Entwicklungsstadium und die Vital-Empfindung. Sein Vortag trug den Titel „Kein Vertrauen in den Körper“ und es ging um einen Patienten mit einem sehr schwachen Immunsystem. In seiner Analyse zeigte Mike deutlich auf, wie sich das innere Erleben des Patienten sowohl innerhalb der Pflanzenfamilie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) widerspiegelte, als auch in den zentralen Symptomen und im Bezug zum Entwicklungsstadium (Themen der Rosidae nach Yakir) wiederfinden liess. 

Als nächste Referentin sprach Anne Schadde. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Erschöpftes Immunsystem durch gebundene Kraft“ stellte sie einen beeindruckenden Fall einer Patientin mit Burnout vor, die nach dem Tod und der aufopfernderen Pflege ihres Partners zunehmend in eine Erschöpfung und Depression abgerutscht war. Zentrale Themen in Anne’s Fallbeispiel waren: totale Verlassenheit, gibt zu viel bis zur Erschöpfung, Anpassungsfähigkeit, feinfühlig, getrennt von allen, selbst im Sarg liegend…eiskalt…, so kalt, dass keine Wärme mehr für sie selbst blieb, existentielle Lebensunsicherheit, konnte Ärger nicht ausdrücken - stattdessen bekam sie Halsentzündungen. Anne’s damalige Verordnung passte in erster Linie zu den körperlichen Symptomen, Rubriken im Repertorium aber auch von Seiten der Signatur war viel Resonanz zu Cistus canadensis, der Zistrose. Diese Pflanze fanden wir bislang in den Tabellen nach Sankaran unter den Violales, deren zentralen Empfindungen wie Ärger, Zorn, Reizbarkeit und vor allem Abneigung gestört zu werden jedoch gar nicht zu der liebevollen und sich aufopfernden Patientin passten wollten. Motiviert durch die beeindruckende Besserung im Follow-up und ihrem unermüdlichen Forschergeist, machte sich Anne an die Arbeit, um die Zistrose im größeren Zusammenhang besser zu verstehen. Nach kollegialem Austausch mit Jörg Wichmann und dem Blick in Yakir’s Pflanzentabellen stellte sich heraus, dass einige Pflanzenfamilien, die bisher zur Ordnung der Violales gehörten, zur Ordnung der Malvales gewandert sind. Die beschriebenen zentralen Themen der Violales sind wohl am ehesten nur für die Gurkengewächse (Cucurbitaceae) zutreffend. Bei Yakir findet man die Cistaceen heute nun neben den Malvaceen, Sterculiaceen und Tiliaceen, gemeinsam in der Ordnung der Malvales. Das macht sehr viel Sinn, denn deren Gemeinsamkeiten sind die Themen von Bindung und Trennung. Genau diese Themen gehörten zur zentralen Thematik in Anne’s Fallbeispiel: die Patientin fühlte sich verbunden (mit dem Partner) bis in den Tod. Anne hat Cistus dem Krebsmiasma neu zugeordnet. Mit ihrem wichtigen Beitrag hat sie viel Licht in das Verständnis der Zistrosen und das Pflanzensystem gebracht. 

Jörg Wichmann hatte eine ganz besondere Patientin angekündigt. Sein Vortag trug den Titel: "Ausgebrannt, Erfahrungen mit einer sehr speziellen Patientin.“ Mit den Worten "eine Patientin, schon in die Jahre gekommen, die sich völlig erschöpft und ausgebrannt fühlt, unter Ängsten und Schlafstörungen leidet, die sich nicht wertgeschätzt fühlt, die Angst vor dem Alter hat und Zukunfts- und Berührungsängste gegenüber moderner Technik hat“, hob er die besonderen Symptome seiner Patientin hervor. Er zeigte uns nicht wie gewohnt ein Patientenvideo, sondern zeigte die Patientin verborgen hinter einer Jalousie. Er hatte auch eine Repertorisation und Fallanalyse für seine ausgebrannte Patientin ausgearbeitet, doch nach und nach wurde klar, hier ging es nicht um eine reale Person, sondern es ging um die an Burnout erkrankte Homöopathie oder viel mehr um die an dieser Diagnose erkrankten Homöopathinnen und Homöopathen. Kritisch und selbstkritisch zeichnete er uns das Bild unseres Berufsstandes, welches über die Jahre selbst in die Krise gekommen ist. Eventuell ausgelöst durch die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen, schaute er auch kritisch auf das chronische Bild der Homöopathenschaft, die manchmal schwer am Hahnemann’schen Erbe trägt. Doch Jörg hatte neben dieser selbstkritischen Sicht auch viele konstruktive Lösungsansätze parat, sowohl für das individuelle Verhalten, als auch das Verhalten der Homöopathen als Gruppe. So hat er z.B. gemeinsam mit seiner Frau Angelika Bolte in seiner Umgebung den "Homöopathischen Salon" ins Leben gerufen. Dieser Salon besteht aus regelmässigen Treffen von Kolleginnen und Kollegen aus der Region. Ein Raum für Begegnung und kreative Entwicklung. 

Schlussredner des ersten Tages war dann Dr. Jürgen Hansel, der Kongressveranstalter. Sein Vortrag trug den Titel:  „Paralysiert - Empfindung, Reaktion und Miasma.“ Auch er unterstrich, dass die Burnout-Thematik einen starken Bezug zum Krebsmiasma aufweist, für welches Aussagen wie z.B.: "Engagement bis hin zu Selbstüberschätzung und Überforderung“ sehr typisch sind. Darüber hinaus zeigte uns Jürgen in seiner Präsentation auf, dass wir bei vielen Pflanzenfamilien besonders in der passiven Reaktion Resonanz zum Burnouts vorfinden. In tabellarischer Übersicht verglich er verschiedene Pflanzenfamilien und deren passive Reaktionen, die sich vor allen Dingen mit Unbeweglichkeit und Lähmung äussern.

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Tag 2 wurde von Dr. Annette Sneevliet eröffnet. In ihrem Vortrag mit dem Titel "Burnout – Entwicklung und Empfindung“ demonstrierte sie auf beeindruckende Weise, wie sehr ihr das Konzept von Entwicklung und Evolution innerhalb aller Naturreiche hilft, um den Patienten tiefer zu verstehen und sich dadurch die Verschreibungspräzision erhöhen lässt. Anschaulich demonstrierte sie, wie sie mit ihrer zurückhaltenden Art während der Fallaufnahme, den Raum für die Entfaltung der Empfindung öffnet. In ihrer Fallanalyse setzt sie das Konzept der Evolution dann als präzises Navigationssystem ein. Immer wieder stellt sie sich die Frage, wovon spricht dieser Patient, welchem Naturreich ist er zugeordnet, wo ist er stehenblieben? Spricht er, wie im ersten Fallbeispiel von Selenium, nur von Arbeitsthemen, dann braucht der Patient eine Arznei aus der 4. Reihe des Periodensystems. Oder geht es um Schutzlosigkeit und sehr frühe Stadien im Tierreich, wie im zweiten Fallbeispiel eines Mannes, dem Annette Astacus fluviatilis erfolgreich verschreiben konnte. Ihn hatte Annette schon lange behandelte, doch erst die Übersetzung der genauen Empfindung (der Patient hielt ständig einen Arm schützend über den Kopf, als ob er einen imaginären Angriff abwehren wollte) und das tiefere Verständnis der Unterschiede zwischen Invertebrata und Vertebrata, brachten Annette zur korrekten Verschreibung. Beeindruckend war auch hier den Patienten und seine Besserung nach der Mittelgabe im Video-Follow-up zu beobachten. 

Im Anschluss an Annette erwarte die Zuhörer Misha Norland, dessen Vortrag den Titel „Kämpfen und Abstumpfen“ trug. Misha ist Begründer der "School of Homeopathy“ in Großbritannien. Neben seiner jahrzehntelangen Praxistätigkeit, hat er auch viele homöopathische Arzneistudien geleitet und wichtige Arzneien wie z.B. den Wanderfalken, Falco peregrinus, in die Materia Medica eingeführt.

Nach der Mittagspause ging es dann gleich weiter mit einer Referentin aus den Vereinigten Staaten. Susan Sonz ist Direktorin an „The New York School of Homeopathy“ und ihr Vortrag trug den markanten Titel: „Burnout ist New Yorks’s zweiter Vorname!“. In ihren Fallaufnahmen legt Susan grossen Wert auf die Substanzsprache, bzw. dem Hinführen ihrer Patienten zur „Quelle“, also dem Ort wo der Patient aus dem Unbewussten spricht. Ein Ort jenseits von Logik und Verstand. Im ersten Fallbeispiel sprach eine Frau von sozialen Phobien und darüber, dass sie sich nicht geerdet fühlte. Sie fühlte sich nicht beachtet und angesehen von ihrer Umgebung. Sie sprach von einem langen Splitter, eine Art Nadel, hart, mit scharfen Kanten, metallisch. Sie war voller Anspannung um den Fokus zu bewahren, fühlte sich hart, zerstreut, aber auch schwer. Mit der Arznei Magnetis polis ambo (Nord-und Südpol Magnet) fand die Patientin deutlich mehr in ihre Mitte, konnte sich besser abgrenzen und war deutlich mehr geerdet. 

Als Schlussredner des zweiten Kongresstages durften wir uns auf den Vortrag von Paresh Vasani freuen. Mit dem Titel „Pedal to the metal“ (In die Pedale treten), zeigte Paresh den beeindruckten Fall einer jungen gestressten Frau mit Psoriasis, deren Heilmittel Petroleum raffinatum war. Sie sprach von sehr hohem Arbeitspensum, Arbeiten in letzter Minute abzugeben, immer aktiv und hellwach zu sein, sich immer mit einem Ruck an die Arbeit zu begeben, mit viel Pferdestärke unterwegs zu sein. Sehr schön führte Paresh die Zuhörerschaft in seiner Analyse und differenzierte jeweils die Ebenen des Erlebens. Besonders anschaulich war seine Erklärung wie sich die Empfindung erkennen lässt. Denn diese ist unbewusst, unlogisch, spontan, global, konstant und unabhängig von Ort, Zeit und Pathologie. Sie ist tiefer als der Verstand und der Körper, und wenn wir sie erreicht haben, dann sind die Aussagen "NON human specific" (nicht menschlich spezifisch), sondern entspringen den Substanzen aus den verschiedenen Reichen. Den bewussten Verstand sieht Paresh als das grösste Hindernis um zur Empfindung zu gelangen. Die ersten 4 Ebenen des Erlebens (Name, Fakten, Emotionen, Delusions) spielen sich noch auf bewusster Ebene ab, die Ebenen 5 und 6 (Empfindung/Energie) entspringen dem Unbewussten. 

Mit Sigrid Lindemann und ihrem Vortrag: „Kein Ausweg mehr – Panikattacken und Schlaflosigkeit“ leitete diese den letzten Kongresstag ein. Sigrid’s Patient demonstrierte mit ausgeprägter Körpersprache die enorme Energie einer Würgeschlange.  Sein „anderes Lied" war das eines Opfers welches sich gegen Angriffe wehren muss.  In ihrer anschliessenden Fallanalyse stellte Sigrid sehr gut heraus, dass ihr Patient überwiegend aus dem Reptilien-Gehirn agiert. Dieser Begriff geht zurück auf den US-amerikanischen Hirnforscher Paul D. MacLean, der das Gehirn als ein "Triune Brain“ (zu deutsch: dreieiniges Gehirn) definierte. MacLean teilte in seinem Modell das Gehirn in drei Bereiche auf, das „protoreptilische“, „paläomammalische“ (Limbisches System) und „neomammalische“ (Neokortex) Gehirn. Die verordnete Arznei im Fallbeispiel war Python molurus, die indische Tigerpython. 

Ohne dass es im Vorfeld eine Absprache dazu gegeben hatte, habe auch ich (Jürgen Weiland) an diesem Sonntagmorgen einen Fall aus dem Tierreich vorgestellt. Mein Vortrag trug den Titel "Burnout oder Boreout - Polare Kompensationsmuster“. In meinem Fallbeispiel ging es u.a. um das Phänomen der Langeweile (Boreout) unter dem heute besonders die Jugendlichen leiden.  Mit extremen Herausforderungen setzen sie sich unter Stress, Ängste und Erschöpfung können die Konsequenz sein. Als Junge wurde der junge Mann oft gemobbt, besonders wegen seines Vaters, der aufgrund einer Erkrankung stark gehbehindert war. Daraufhin hat er später extreme Ängste, aber auch Aggressionen entwickelt. Seine kompensatorischen Muster berührten sehr deutlich die Themen der Säugetiere, insbesondere hier diejenigen der Raubkatzen. In der Fallaufnahme beschrieb er sehr eindringlich, wie sich in seinem Körper eine enorme Energie aufbaut, die sich durch Herzrasen und Muskelflattern bemerkbar machte. Das beschriebene Vibrieren in seinen Muskeln und seine enorme Schnelligkeit in der körperlichen Bewegung, führten mich zur Verordnung von Acinonyx jubatus (Gepard). Mit dieser Arznei fand entspannte sich zunehmend und auch seine Ängste liessen nach.

Bob Blair stellte uns bei seinem Vortrag zwei Fälle aus unterschiedlichen Naturreichen vor. Im ersten Fallbeispiel beschrieb er einen Mann, der durch zu viel Mitgefühl für Andere ins Burnout gekommen war. Sein Patient verlor zunehmend an Kraft und Energie, fühlte sich wie eine Ruine, wie ein altes Haus indem alles auseinander fällt. Wiederkehrender Traum: Kraftlos um Situationen zu stoppen, die ausser Kontrolle geraten sind, die die Familie gefährden. Lässt die Familie hängen und kann nicht da sein, um sie zu schützen.
In seiner umfangreichen Fallanalyse demonstrierte Bob eindringlich, warum der Patient ein Mineral und insbesondere ein Kaliumsalz (Familie) der Phosphorsäure benötigte. Dabei berücksichtige Bob auch jeweils auf welcher Ebene des Erlebens sich Patient bewegte. In seinem ersten Fallbeispiel war dies die Ebene der Emotionen (Ebene 3). In einem weiteren Fallbeispiel ging es um ein Mittel aus dem Pflanzenreich. Der Patient beschrieb heftige, scharfe und stechende Rückenschmerzen, ausgelöst durch Haltungsänderungen (drehen, beugen, strecken). Um Linderung zu finden, musste er sich tagsüber langsam umher bewegen. Auch dieser Patient stand unter grossem Verantwortungsdruck. Er fühlte sich emotional ausgebrannt. Verordnet hatte Bob seinem Patienten Valeriana officinialis, die Baldriangewächse gehören zur Ordnung Dipsacales. Neben den Valeriaceen finden sich in dieser Pflanzenordnung zudem noch die Moschuskrautgewächse (Adoxaceae), die Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), sowie die Kardengewächse (Dipsacaceae). Die Gemeinsamkeiten in der Vital-Empfindung der Dipsacales sind krampfhafte Schmerzen, begleitet von unkontrollierbaren, schnellen oder plötzlichen Bewegungen. In der aktiven Reaktion auf die Vital-Empfindung finden wir u.a. das Verlangen sich zu bewegen, oder die Besserung durch Bewegung. In der passiven Reaktion dann das Gefühl wie zerbrochen, verstaucht oder ausgekugelt zu sein (wie herausgezogen, aus der Ausrichtung herausgezogen). 

Als Schlussredner sprach Dinesh Chauhan, der neben Paresh Vasani ebenfalls aus Mumbai angereist war und seit vielen Jahren an der Akademie The Other Song unterrichtet. Mit seinen didaktisch sehr gut aufgearbeiteten Fallbeispielen zum Thema Burnout, führte Dinesh uns an bisher weniger bekannte Pflanzenfamilien heran, deren polare Wirkfelder sich in den Extremen von totaler Erschöpfung und der Stimulation der Lebensgeister bewegen. Eine dieser Familien waren die Enziangewächse (Gentianaceae), zu denen u.a. Swertia chirata (Indischer Chiretta) gehört, ein Enziangewächs, welches vitalitätssteigernde Wirkung bekannt ist. In seiner Präsentation beschrieb Dinesh sehr schön, wie er sich unbekannteren Arzneifamilien annähert. Dazu vergleicht er sowohl alte als auch neue Quellen homöopathischer und taxonomischer Systeme (APG, Cronquist), Signaturen, sowie toxikologische Informationen. 

Individuell und doch gemeinsam 
Die bunten und anschaulichen Fallbeispiele zu alten und neuen Arzneien aller Naturreichen, liessen auch deutlich die unterschiedlichen Vorgehensweisen der einzelnen Referenten während Fallaufnahme und Analyse erkennen. Allumspannend war dabei der gemeinsame rote Faden innerhalb von WISH (World Institute for Sensation Homeopathy) als Gruppe, welcher sich an den Prinzipien der Empfindungsmethode orientiert, die von Rajan Sankaran initiiert wurde. 

Die WISH-Gruppe mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, steht für ein Forum des Austauschs und der Fortbildung, die den Erhalt der Standards und die Weiterentwicklung der Empfindungsmethode ermöglicht. Diesem Ansatz wurde der Kongress mit seinen Fachbeiträgen auch diesmal wieder voll und ganz gerecht. So gingen drei mit Informationen prall gefüllte Kongresstage zu Ende. Tage an denen wir die beeindruckende Wirkung der Homöopathie, auch bei schweren Fällen von Burnout beobachten durften und darüberhinaus erneut mit Einblicken in bisher unbekanntere Familien und Systemen innerhalb der Empfindungsmethode bereichert wurden. 

Bonn, im Juni 2019 
Jürgen Weiland 



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